Stuttgart folgt auf Bielefeld Gladbach-Frust im DFB-Pokal: Europa steht auf der Kippe

Symbolfoto: Der DFB-Pokal kennt seine eigenen Gesetze – am 1. April 2025 gewann Drittligist Arminia Bielefeld gegen Bayer 04 Leverkusen.
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Zwei Herzen schlugen wohl in den vergangenen Tagen in der Brust eines jeden Gladbach-Fans. Auf der einen Seite stand die Tradition und die Liebe für den Sport – auf der anderen Seite die Sehnsucht nach Europa.
Das Finale des diesjährigen DFB-Pokals steht! Am Samstag, 24. Mai 2025, werden sich Drittligist Arminia Bielefeld und Bundesligist VfB Stuttgart im Berliner Olympiastadion duellieren, um den ganz großen Erfolg einzufahren. Mit dieser Paarung im Endspiel hätten wohl die wenigsten gerechnet.
Gladbach schaut auf den DFB-Pokal – Europachancen jetzt kleiner
Während es Bielefeld erstmals in der Klubgeschichte nach Berlin geschafft hat, ist es für Stuttgart bereits der siebte Besuch im Pokalfinale. Dreimal konnten die Schwaben am Ende den goldenen Pokal in die Höhe strecken.
Ebenso oft gewann Borussia Mönchengladbach schon den prestigeträchtigen Wettbewerb. In der laufenden Saison war allerdings schon früh Schluss.
Gleich in Runde zwei schieden die Fohlen gegen Eintracht Frankfurt aus (1:2) und das, trotz knapp 75 Minuten Überzahl. Die jüngsten Halbfinalbegegnungen waren für den VfL dennoch von großer Bedeutung.
Denn der Pokalsieger qualifiziert sich bekanntermaßen direkt für die Europa League. Steht ebendieser Verein in der Bundesliga nach 34 Spieltagen auf einem der ersten sechs Plätze, erhält Rang sieben ein weiteres Ticket für den Europapokal: die Qualifikation für die Conference League.
Sowohl Bayer 04 Leverkusen (Rang zwei in der Bundesliga), die dramatisch gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld ausgeschieden sind (1:2) als auch RB Leipzig (Rang sechs) sind heiße Anwärter auf eine gute Endplatzierung in der Liga.
Das Duell Werkself gegen Brauseklub – beide nicht besonders beliebt beim Borussia-Anhang – wäre aus „egoistischer“ Sicht also deutlich wünschenswerter für Gladbach gewesen. Derzeit steht die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane (46) auf dem fünften Platz. Viel tiefer dürfen sie für eine sichere Teilnahme am Europapokal nicht fallen.
Im Falle eines Bielefelder Pokaltriumphs würde Platz sieben nicht reichen, der VfB Stuttgart (Rang elf) kann es rechnerisch sogar noch unter die besten sechs Mannschaften schaffen. Auf einen Schwaben-Aufschwung in der Liga sollte Mönchengladbach aufgrund der engen Tabellensituation aber dennoch nicht hoffen.
Zwei Traditionsvereine mit großer Fanbase stehen im Pokalfinale, dazu ist einer von ihnen auch noch Drittligist. Für einen Großteil Fußballdeutschlands ist das ein kleines Frühlingsmärchen – nur am Niederrhein wird man sich etwas gefrustet die Nägel darüber zerkauen.