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Von Achim Müller

EXKLUSIV-Interview Koné-Transfer, Börsengang, Hauptsponsor! Gladbach-Boss Schippers verrät, wie es wirklich um Borussia steht    

Enger Vertrauter von Borussia-Präsident Rolf Königs und Gladbach-Geschäftsführer: Stephan Schippers, hier zu sehem am 4. Juli 2022 während des Fohlen-Traininingslagers in Rottach-Egern am bayerischen Tegernsee. Schippers trägt ein weißes Hemd und schaut zur Seite.

Enger Vertrauter von Borussia-Präsident Rolf Königs und Gladbach-Geschäftsführer: Stephan Schippers, hier zu sehem am 4. Juli 2022 während des Fohlen-Traininingslagers in Rottach-Egern am bayerischen Tegernsee.

Borussia Mönchengladbach durchlebt derzeit einen gewaltigen Umbruch. Der Fußball-Bundesligist vom linken Niederrhein stellt sich auf zahlreichen Ebenen personell und strukturell neu auf.

GladbachLIVE hat sich während des aktuellen Traininlagers des Klubs am bayerischen Tegernsee in Rottach-Egern mit Geschäfstführer und Finanzchef Stephan Schippers zum Interview getroffen.

Der 55 Jahre alte Diplom-Kaufmann und gebürtige Gladbacher zählt hinter Präsident Rolf Königs (81) zu den einflussreichsten Entscheidern der Borussia. 

Im Exklusiv-Interview stellt sich Schippers den Fragen unserer Redaktion zur aktuellen Situation beim VfL.

EXKLUSIV: GladbachLIVE-Interview mit Borussia-Macher Stephan Schippers

Herr Schippers, Gladbach ist zum zehnten Mal im Trainingslager in Rottach-Egern. Borussia und der Tegernsee – warum passt das so gut zusammen?

Wir haben hier perfekte Arbeitsbedingungen. Zudem ist das einfach eine herrliche Region, in der wir unser Trainingslager abhalten dürfen und können. Natürlich ist auch das Seehotel Überfahrt, mit all den Menschen, die hier arbeiten, einfach top. Die ganze Region ist sportvernarrt. Insofern ist das eine Top-Symbiose. Unsere Spieler lieben es, hier zu trainieren. Hier herrschen einfach perfekte Rahmenbedingungen, um professionell trainieren zu können.

Hinter dem Klub liegt die schlechteste Saison seit 2011, dennoch sind nun zur Vorbereitung annähernd 1.500 Gladbach-Fans in Rottach-Egern vor Ort und unterstützen Borussia. Der Klub hat erneut 30.000 Dauerkarten für die kommende Spielzeit verkauft. Was sagen Sie als Verantwortlicher des Vereins zu dieser bemerkenswerten Unterstützung seitens der Anhänger?

Das macht uns einfach stolz. Der Verein wird von den Fans wertgeschätzt. Das ist etwas ganz Besonderes, was uns auch unterstützt und trägt. Die Euphorie, die auch durch den von Roland Virkus und seinem Team eingeleiteten Umbruch entstanden ist, darf aber nicht dazu führen, dass wir denken, wir werden auf Anhieb wieder Europa angreifen. Das ist natürlich, längerfristig, wieder ein Ziel, aber wir müssen jetzt erst einmal wieder Anlauf nehmen, um genau da wieder hinzukommen. Dafür sind schon einige gute Schritte gegangen worden.

Entscheider unter sich: Finanz-Boss Stephan Schippers (l.) tauscht sich am Rande des Fohlen-Trainings in Rottach-Egern mit Gladbach-Manager Roland Virkus (r.) aus. Das Foto zeigt die beidem am 25. Juli 2023 auf der Sportanlage Birkenmoos. Virkus spricht, Schippers hört zu und schaut Richtung Boden.

Entscheider unter sich: Finanz-Boss Stephan Schippers (l.) tauscht sich am Rande des Fohlen-Trainings in Rottach-Egern mit Gladbach-Manager Roland Virkus (r.) aus. Das Foto zeigt die beidem am 25. Juli 2023 auf der Sportanlage Birkenmoos.

Können Sie in wenigen Worten erklären, was sich eigentlich genau hinter dem Slogan „Borussia-Weg“ verbirgt? Was ist damit gemeint?

Dass du auch den Mut haben musst, Anlauf zu nehmen. Wir müssen den Mut haben, junge Spieler zum Verein zu holen, die durch eine gute Ausbildung dahin kommen, dass sie ihre Leistungen zeigen können und der Verein sportlich erfolgreich sein wird. Wir sind kein Verein, der die Möglichkeit hat, ausschließlich gestandene Spieler zu kaufen. Das fällt uns gerade nach Corona schwer. Aber das wollen wir auch gar nicht. Unser Weg ist immer, sich zu trauen, jüngere Spieler heranzuführen an den Kader, auszubilden, besser zu machen, am besten zu verlängern und dann irgendwann mal, wenn der Spieler die Möglichkeit hat, zu einem Top-Klub in Europa zu wechseln, dann eben auch den Weg freizumachen. Und das ist der Borussia-Weg. Wir sind, was das Finanzielle betrifft, nicht unter den ersten Sechs in der Bundesliga gesetzt. Das muss man einfach so sehen. Aber, wenn wir gut aufgestellt sind, wenn wir uns präpariert haben und vielleicht der eine oder andere Verein schwächelt, dann ist immer etwas möglich. Aber jetzt brauchen wir erstmal ein wenig Zeit, um diesen Anlauf, wie gesagt, nehmen zu können.

Sie haben die Coronakrise angesprochen. Borussia hat in den vergangenen drei Geschäftsjahren in Summe einen Verlust von 56,1 Millionen Euro verkraften müssen. Zahleiche Fans machen sich Sorgen um ihre Borussia. Sind diese Sorgen begründet?

Fakt ist: Man muss sich keine Sorgen um Borussia Mönchengladbach machen. Wir haben sehr solide bis zur Coronapandemie wirtschaften können. Wir hatten ein Eigenkapital von 103 Millionen Euro. So sind wir in die Pandemie hineingegangen. Wenn wir uns heute umschauen, so würden wohl Zweidrittel der Vereine in der Bundesliga unsere Probleme gerne haben – wenn ich das mal so formulieren darf. Wir stehen blitzsauber da. Wir werden im Geschäftsjahr 2023 wieder positive Zahlen schreiben. Dafür waren Maßnahmen nötig, die haben wir ergriffen und gemacht – und nun geht der Anlauf wieder los. Den müssen wir auch nehmen, um sportlich zurück in die Einstelligkeit zu kommen. Um dann aus dieser Position heraus vielleicht auch wieder eine gewisse sportliche Stärke demonstrieren zu können.

Hat die Coronakrise Borussia härter getroffen als andere Vereine? Bayern München oder Dortmund erwecken den Eindruck, dass die Kassen weiter prall gefüllt seien. Selbst Union Berlin und Freiburg können beachtlich agieren.

Corona hat jeden Verein getroffen. Nicht nur jeden Verein, sondern uns alle in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt. Aber es gibt Vereine, die mit den Auswirkungen der Pandemie weniger zu kämpfen haben. Ich mag nicht gerne Namen nennen, aber es gibt eben Vereine mit anderen Möglichkeiten. Wir müssen das Geld, was wir ausgeben, selber verdienen. Natürlich hat uns Corona wie alle anderen Vereine getroffen, aber wir kommen zur alten Stärke wieder zurück. Insofern mache ich mir keine großen Sorgen.

Wie viele Mitarbeiter hat Borussia wegen der Coronakrise entlassen müssen?

Keinen!

Das ist beachtlich.

Ja. Wir haben keinen Mitarbeiter entlassen. Wir haben auch unsere Darlehensraten für das Stadion und das Gebäude Borussia 8 Grad pünktlich, ohne Aufschübe, zurückgezahlt. Wir sind unseren Verpflichtungen, so wie man das von Borussia kennt, nachgekommen.

Es fing mit Ginter an, es folgten jüngst Thuram, Bensebaini und Stindl, die allesamt ablösefrei Borussia verlassen haben. Zakaria musste deutlich unter Marktwert an Juventus Turin abgegeben werden. Wie sehr schmerzt Sie das, wenn so viel Tafelsilber ohne entsprechenden Gegenwert abhandenkommt?

Das muss uns schmerzen, so wie es auch andere Vereine schmerzt. In Frankfurt sind beispielsweise ebenfalls gleich mehrere Spieler ablösefrei gegangen. Das ist ein Zeitgeist, nach Corona, in dem Vereine manchen Spieler vielleicht nicht gern aus einem Vertrag herauskaufen. Dann wartet der eine oder andere Spieler und geht lieber ablösefrei, um die eigene Position zu stärken. Das ist ein Prozess, der jeden Bundesligisten trifft. Mal mehr, mal weniger.

Akribisch und erfolgshungrig: Stephan Schippers hat aktuell jede Menge zu tun, um Borussia wieder zurück unter die nationalen Top-Vereine managen zu können. Auf diesem Foto telefoniert er am Rande des Gladbach-Testspiels (26. Juli 2023) am Tegernsee gegen den FC Ingolstadt. Schippers hält ein Smartphone an sein rechtes Ohr.

Akribisch und erfolgshungrig: Stephan Schippers hat aktuell jede Menge zu tun, um Borussia wieder zurück unter die nationalen Top-Vereine managen zu können. Auf diesem Foto telefoniert er am Rande des Gladbach-Testspiels (26. Juli 2023) am Tegernsee gegen den FC Ingolstadt.

In diesem Kontext konkret nachgefragt: Haben Sie und Ihre Mitstreiter da in der Vergangenheit auch Fehler gemacht?

Es wäre vermessen, zu sagen, dass man nie Fehler macht. Jeder, der etwas tut, macht auch mal Fehler. Du solltest den Fehler allerdings nur nicht zweimal machen. Die Situation ist eine Kombination aus vielen Ereignissen. Über allem stand auch Corona. Da jetzt noch mal nach hinten zu blicken, dass macht keinen Sinn mehr.

Borussia hat drei Spielzeiten in Folge die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb verpasst. Mit Gerardo Seoane ist seit 2021 inzwischen der vierte Trainer im Amt. Überregionale Medien berichten inzwischen von einer „Verzwergung am Niederrhein“. Perlt das an Ihnen ab oder sagen Sie, das wird der Sache nicht gerecht?

Beides! An anderen Bundesligastandorten gibt es ja auch ähnliche Kommentare. Bei Borussia Mönchengladbach wird es sicherlich keine Verzwergung geben!

Warum ist es aus Ihrer Sicht erforderlich gewesen, Manager Roland Virkus mit Nils Schmadtke noch einen Sportdirektor Lizenz zur Seite zu stellen?

Als wir zusammengesessen und uns gefragt haben, was wir in Zukunft besser machen können, hat Roland Virkus bemerkt, dass eine Trainerentlassung allein in unserer Situation nicht ausreicht und all unsere Probleme löst. Wir mussten was an der Mannschaft machen, wir wollten aber auch, dass um sie herum ein frischer Wind entsteht. Das haben wir in den vergangenen Monaten angepackt. Und da ist Nils Schmadtke als Sportdirektor ein wichtiger Bestandteil. Als Unterstützer und Bindeglied für Roland Virkus zur Mannschaft, der im Endeffekt rund um die Uhr beim Team ist.

Nils Schmadtke hat auch noch einen prominenten Vater. Jörg Schmadtke ist aktuell bis zum Ende der Sommer-Transferperiode beim FC Liverpool als Sportdirektor angestellt. Er wird anschließend nicht beispielsweise Sportvorstand bei Borussia Mönchengladbach? Gibt es solche Überlegungen?

Also, ich schätze Jörg Schmadtke über die Maßen. Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit bei Borussia, als Teil des Trainerteams und als Stand-By-Profi. Aber das ist kein Thema.

Borussia hat nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch auf der Entscheider-Ebene einige personelle Veränderungen vorgenommen. Ob im Präsidium, in der Geschäftsführung oder im Aufsichtsrat. Wird es in diesen Gremien demnächst weitere Veränderungen geben?

Wir sind ein lebendiger Verein, der jedoch eine gewisse Verlässlichkeit hat. Wir sind nicht sprunghaft, wir wechseln nicht permanent die Köpfe aus, sondern wir stehen für etwas. Wir als Verein entwickeln uns aber auch permanent weiter. Und dieser Prozess ist ein laufender Prozess.

Sie sind inzwischen seit über 24 Jahren bei Borussia. Durchläuft Gladbach aktuell den größten personellen Umbruch, den Sie bislang im Klub mitgestaltet haben?

Da sagt man immer gerne so schnell. Aber wenn ich mal zurückdenke: Was hatten wir für eine Situation, als ich am 11. März 1999 bei Borussia angefangen habe. Wir waren da schon hoffnungslos abgeschlagen und sind abgestiegen. Wir hatten allein in der Geschäftsstelle 40 Mitarbeiter – und Mitte des Jahres nur noch 20. Die ganze Mannschaft wurde umgekrempelt und umgebaut. Das war schon eine Riesenrosskur. Und wir sind dann nicht im ersten Jahr wieder aufgestiegen, sondern erst im zweiten Jahr. Viele verbinden mit der Aussage Umbruch etwas Negatives. Ich glaube, was wir hier gerade einschlagen – da ist das Thema Umbruch etwas Positives. Das ist eine Chance. Ja, es passiert etwas. Wir müssen auch schauen, dass das alles ineinander verzahnt ist und auch klappen wird, aber es ist der einzige Weg, den Borussia aus unserer Sicht hat gehen können.

Auf dem Transfermarkt herrscht aktuell Crunchtime. Wie handlungsfähig ist Borussia derzeit an der Spielerbörse? Muss erst verkauft werden, um nochmal nachlegen zu können?

Diese Frage bekommen wir permanent gestellt. Da sage ich: Schauen Sie sich an, was wir im Jahre 2023 alles gemacht haben. Natürlich, Yann Sommer ist gegangen, aber wir haben für Jonas Omlin Geld ausgegeben. Wir haben mit unserem neuen Stürmer Tomas Cvancara Geld ausgegeben. Also: Borussia ist handlungsfähig. Natürlich hat Corona auch Spuren hinterlassen. Für mich ist es jedoch nicht entscheidend, einen Transfer für zehn oder 15 Millionen Euro umzusetzen, sondern es geht unabhängig davon immer darum, die richtigen Spieler zu finden.

Nochmal nachgefragt! Sie müssen also nicht erst verkaufen, um sich anschließend verstärken zu können?

Im Gegenteil. Ein Beispiel: Wir haben gesagt, in der jetzigen Konstellation, durch den Abgang von Jonas Hofmann, dass Manu Koné erst einmal bei Borussia bleibt. Daran sehen Sie ja, wie handlungsfähig wird sind.

Das ist mal eine Botschaft! Weitere Nachfrage: Borussias Rekordverkauf Granit Xhaka ist jüngst von Arsenal London zu Bayer Leverkusen gewechselt. Bei ihren Ex-Spielern Yann Sommer und Denis Zakaria deuten sich ebenfalls bald Transfers an. Hat Borussia in diesen Fällen noch Aktien in der Verlosung? Gibt es Weiterverkaufsklauseln, die Ihnen da eine prozentuale Ablösebeteiligungen zusichern würden?

Das könnte sein.

Können Sie uns noch mehr verraten? Wäre das in allen drei Fällen möglich.

Ich bin kein Freund davon, solche Details auszuplaudern.

Erneut nachgehakt: Was können Sie denn dazu noch sagen?

Es ist heutzutage üblich, dass du nicht nur eine fixe Transfersumme berücksichtigst, sondern auch immer eine Reihe von Eventualitäten. Boni, sei es durch Spiele, sei es durch sportliche Erfolge des neuen Vereines oder manchmal auch Weitertransfers.

Wie wäre das dann bei Max Eberl, wenn Bayern München demnächst Gladbachs Ex-Manager aus seinem laufendenVertrag bei RB Leipzig herauskaufen würde?

Kein Kommentar!

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Kommen wir zum Thema Sponsoring. Die „FlatexDEGIRO AG“ ist seit 2020 Hauptsponsor der Borussia. Muss sich der Klub im Sommer 2024 einen neuen Hauptsponsor suchen?

Ja, das ist Fakt. Wir haben im Mai 2022 den Hauptsponsor-Vertrag mit Flatex verlängert um ein Jahr, also bis zum 30. Juni 2024. Und im Anschluss wird es ein Co-Sponsoring über drei Jahre geben. Die Ziele, die Flatex hatte, nämlich Bekanntheit zu gewinnen, diese haben sie erfüllt. Von daher wird Borussia Mönchengladbach ab Mitte 2024 einen neuen Hauptsponsor haben.

Und wer Sie und ihren Mitstreiter Guido Uhle kennt, ahnt, dass Ihr Team längst fleißig Ausschau nach einem Nachfolger hält.

(Lacht) Wir sind unterwegs.

Kommen wir zum Thema Stadion-Namensrechte. Ein Thema, welches immer wieder aufkeimt. Bleibt es, trotz der Corona-Verluste, beim Borussia-Park? Bleiben Sie da Ihrem bisherigen Kurs dennoch treu?

Borussia-Park wird das gesamte Areal und das Stadion eh heißen. Ob man einen Namenszusatz oder dergleichen findet – diese Frage bekomme ich mittlerweile so oft gestellt.

Ja, zahlreiche Fans fragen immer wieder: Verkauft Finanzchef Stephan Schippers nun die Namensrechte, weil der Klub wegen Corona Geld benötigt?

Also, nochmal: Wir werden wegen Corona nicht unsere Philosophie verändern. Dieser Sponsor greift jeden Tag, jede Woche, tief in die Identität unseres Vereins hinein. Deshalb muss der einfach sitzen. Und es gibt genügend Beispiele, in denen das nicht gut gehandhabt worden ist. Es gibt aber sicherlich auch Beispiele, in denen das Gegenteil der Fall gewesen ist. Es müsste also für uns in allen Belangen passen. Das ist das, was ich Ihnen jetzt dazu sagen kann.

Borussia hat in den vergangenen Jahren immer wieder nachhaltig in die Infrastruktur investiert. Was ist das nächste Projekt, das der Klub realisieren möchte?

Die Aufgabe der Zukunft wird im nächsten Schritt weniger das Bauliche sein, sondern vielmehr in die digitale Infrastruktur zu investieren. Da sind wir mittendrin.

Beispielsweise?

Wir kooperieren beispielsweise mit einem Partner sehr eng zusammen, mit dem wir gemeinsam an den digitalen Daten unserer Fans arbeiten, um viel zielgenauer unsere Fans ansprechen zu können. Dabei geht es natürlich um die Daten, die unsere Fans uns geben wollen.

Was ist mit den Plänen für das neue Profi-Haus?

Das steht noch auf unserer Wunschliste.

Borussia hat jüngst neue Verträge mit namhaften Sponsoren wie Audi oder Kyocera abschließen können. Wann ist aus Ihrer Sicht der Zeitpunkt für eine strategische Partnerschaft oder gar einen Börsengang gekommen.

Zunächst einmal sind wir als Borussia Mönchengladbach starke Verfechter von 50 plus eins. Diese Regelung bietet viele Möglichkeiten, um Sponsoren oder Investoren an den Verein zu binden. Da gibt es gute und weniger gute Beispiele. Wir müssen erst einmal schauen, dass wir uns nach Corona wieder sauber aufstellen. Daran arbeiten wir gerade. Und dann sind solche Gedanken sicherlich richtig.

50 plus eins hat in den vergangenen Monaten auch das Bundeskartellamt beschäftigt. Wie wird diese Regel künftig in der Bundesliga praktiziert?

Der Wunsch war zunächst, mehr Rechtssicherheit für alle 36 Profiklubs in diese Thematik zu bringen. Deswegen hatte sich die DFL an das Bundeskartellamt gewandt und alles offengelegt. Wir sind da auf einem sehr guten Weg, diese Rechtssicherheit zu erzeugen. Das heißt, dass 50 plus eins in der Fußball-Bundesliga erhalten bleiben soll. Das ist ein wichtiges Signal in die Fußballgemeinschaft, weil das aus meiner Sicht ein tragendes Element unseres Fußballs in Deutschland ist, darum lieben die Fans ihre Vereine und den Fußball so.

Anderes Thema: Ist es vom finanziellen Aspekt her realistisch, Mönchengladbach auch zu einem gestandenen Bundesliga-Standort im Frauenfußball zu machen?

Unsere Damen sind gerade in die 2. Frauenfußball-Bundesliga aufgestiegen. Wir tun alles, um diese Liga zu halten. Und wir wollen auch in diesem Bereich sportlich ambitioniert sein.

Abschließende Frage: Ist es realistisch, dass Borussia in der Bundesliga bald schon wieder zum Kreis der Europapokalanwärter zählen wird? Oder müssen vorerst erst einmal am Niederrhein kleinere Brötchen gebacken werden?

Es muss allen klar sein, dass wir Anlauf nehmen müssen. Borussia Mönchengladbach ist ein ambitionierter Klub. Das funktioniert nur über den Aufbau. Es gilt, aus diesen jungen Talenten eine Mannschaft zu schmieden. Dafür haben wir auch einen guten Trainer verpflichtet. Es kann immer wieder Rückschläge geben. Durch diese müssen wir dann einfach durch. Wenn wir kontinuierlich dranbleiben, wird uns einiges gelingen.