Erinnerung an Saarbrücken Irrer Abend für Ex-Fohlen in Bielefeld – aber einer hat Stress mit den Fans

Der Jubel kannte am 1. April 2025 auf der Bielefelder Alm kein Halten mehr. Leverkusens Granit Xhaka (hinten, mitte) ist sichtlich bedient.
Copyright: IMAGO/Noah Wedel
Was für eine Überraschung – dass diese Ex-Fohlen nach ihrem Wechsel um den ganz großen Titel mitspielen würden, hätten sie wohl selbst kaum geglaubt.
Im Sommer wechselten Torhüter Jonas Kersken (24) und Linksaußen Mika Schroers (23) von der U23 von Borussia Mönchengladbach zum Drittligisten Arminia Bielefeld. Der Schritt in die Bundesliga, zur ersten Mannschaft der Fohlen, schien noch zu groß. Am Dienstagabend (1. April 2025) gelang dem Duo trotzdem Großes – und das, obwohl sie als David in das Duell gegen Goliath gingen.
Bielefeld im Pokalfinale – vier Ex-Gladbacher mit gemischten Gefühlen
Im Halbfinale des DFB-Pokals warf Drittligist Bielefeld überraschend den amtierenden Doublesieger Bayer 04 Leverkusen raus und steht somit erstmals in der Geschichte im Endspiel in Berlin (24. Mai).
Nach dem 2:1 kannte der Jubel auf der Bielefelder Alm kein Halten mehr. Fans stürmten auf den Platz, feierten mit der Mannschaft, Bier und Tränen flossen – die Sensation für den Aufstiegsaspiranten war perfekt.
Über 90 Minuten kassierte Kersken, der bereits in der Vorsaison an die Ostwestfalen ausgeliehen war und im Sommer dann fest verpflichtet wurde, nur ein Gegentor gegen Gladbachs Rheinrivalen.
Schroers – übrigens Cousin von Ex-Fohlen Jannik Vestergaard (32) – verbrachte das gesamte Spiel auf der Bank. Feiern durfte der ehemalige Gladbacher (120 Spiele für die U23; 24 Tore, 24 Vorlagen) aber natürlich trotzdem fleißig.
Ein weiterer Ex-Borusse erlebte derweil einen ganz bitteren Abend. Für Bayer 04 Leverkusen wird die laufende Saison nach der so erfolgreichen vorigen Spielzeit wohl ohne Titel enden. In der Bundesliga hat die Werkself sechs Punkte Rückstand auf den FC Bayern München, aus der Champions League sind sie gegen den deutschen Rekordmeister rausgeflogen. Nun also auch das Aus im Pokal.

Ließ es sich nach Abpfiff schmecken: Jonas Kersken feierte am 1. April 2025 die Sensation in Bielefeld.
Copyright: IMAGO/kolbert-press
Der Rekordverkauf der Mönchengladbacher, Granit Xhaka (32; wechselte 2016 für 45 Millionen Euro zum FC Arsenal), konnte dem Leverkusener Spiel in Dienstag nicht die gewohnte Ordnung bringen. Nach Abpfiff kam es dann zu einer harten Szene mit den eigenen Fans.
Als einer von wenigen Bayer-Profis stellte sich Xhaka dem Anhang, musste sich so einiges an den Kopf werfen lassen. Der zentrale Mittelfeldspieler war aber wohl nicht mit allem so ganz einverstanden, schoss sich auf einen der Wortführer ein und gab sichtbar Kontra. Verständlich, dass nach so einer bedeutungsschweren Niederlage die Gemüter stark erhitzt sind.
Ähnliche Bilder gab es auch in der Vorsaison, als Borussia Mönchengladbach im Viertelfinale beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken ausschied. Für den amtierenden Meister und Pokalsieger ist eine Pleite trotz Zweiklassenunterschied natürlich noch einmal peinlicher.
Hier die Xhaka-Szene im Video auf X sehen:
Ein wenig Schadenfreunde über das Ausscheiden des Rheinklubs – und über Bankdrücker und mittlerweile eher ungeliebten Ex-Gladbacher Jonas Hofmann (32) – dürfte im Borussia-Lager schon vorhanden gewesen sein. Etwas weniger rosig als noch zuvor ist jetzt allerdings die Ausgangslage für die Fohlen.
Der siebte Tabellenplatz der Bundesliga erhält nur dann einen Startplatz im Europapokal, wenn der DFB-Pokal an eine der ersten sechs Mannschaften in der Liga geht. Leverkusen ist raus, nur bei einem Leipziger Erfolg am Mittwochabend (2. April; 20.45 Uhr gegen den VfB Stuttgart) würde Rang sieben zum derzeitigen Zeitpunkt also reichen – die fünftplatzierten Gladbacher müssen möglicherweise wohl oder übel nun RB die Daumen drücken.